Selbsthilfe
 

 

Was ist eine Selbsthilfegruppe?
Betroffenheit  

 

Zu einer Selbsthilfegruppe (SHG) schließen sich Menschen zusammen,
um gemeinsam Krankheiten sowie psychische und soziale Probleme zu bewältigen, unter denen sie selbst oder ihre Angehörigen leiden.

 
Freiwilligkeit  
  Die Mitarbeit in einer SHG erfolgt auf freiwilliger Basis. Sie soll helfen, die Lebensumstände der Betroffenen zu verbessern.  
Selbstbestimmung  
  Jeder Teilnehmer bestimmt selbst, was und wieviel er von sich preisgibt und in die Gruppe einbringt.  
Gleichberechtigung  
  Alle Teilnehmer sind innerhalb der Gruppe gleichberechtigt. Abhängigkeiten sollen verhindert oder abgebaut werden, etwa indem anfallende Aufgaben von verschiedenen Teilnehmern gelöst werden.  
Gruppengröße  
  Die Teilnehmer bestimmen selbst, wie groß die Gruppe werden soll und wer ihr angehört. Gruppen auf reiner Gesprächsbasis sollten nicht mehr als 12 Personen umfassen.  
Kontinuität  
  Die Gruppentreffen sollten in regelmäßigen Abständen stattfinden, die Teilnehmer regelmäßig erscheinen. Nur dadurch können Fremdheitsgefühle abgebaut werden und schnellstmöglich ein Vertrauensverhältnis untereinander entstehen.  
Verschwiegenheit  
  Nichts von dem, was während der Gruppentreffen besprochen wird, darf nach außen getragen werden. Verschwiegenheit ist die Basis von Vertrauen.  
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Was kann eine Selbsthilfegruppe leisten?
Kontakte  
  Die Teilnehmer finden durch die regelmäßigen Treffen aus ihrer Einsamkeit und Isolation heraus. Nicht selten entwickeln sich darüber hinaus gemeinsame Aktivitäten und private Kontakte.  
Erfahrungsaustausch  
  Die Teilnehmer können alle Probleme und Belastungen, die sich als Folge einer Krankheit oder einer Konfliktsituation ergeben, offen und vertrauensvoll besprechen. Das eröffnet jedem die Möglichkeit, sich selber im Umgang mit seiner Krankheit oder seinen Problemen deutlicher zu sehen und neue Wege zu finden, um sie zu bewältigen.  
Gemeinsames Handeln  
  Die Gruppe kann sich an die Öffentlichkeit - Ämter, Behörden, Presse - wenden, um ihre Interessen und Belange zu vertreten und konkrete Ziele schneller zu erreichen.  
Selbstsicherheit  
  Die Teilnehmer lernen, im bewussten und offenen Umgang mit sich selbst und anderen selbstsicherer zu werden - innnerhalb der Gruppe und im individuellen Alltag.  
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Was kann eine Selbsthilfegruppe nicht leisten?
Ärztliche Kompetenz  
  Eine SHG ist eine sinnvolle Ergänzung zu ärztlichen oder sonstigen fachlichen Behandlungen, keinesfalls jedoch eine Alternative oder gar ein Ersatz dazu.  
Öffentliche und staatliche Leistungen  
  Eine SHG kann und will keine Leistungen im öffentlichen Gesundheits- und Sozialbereich ersetzen. nach oben

 

Wer kann eine Selbsthilfegruppe gründen?
Betroffene  
  Jeder Betroffene kann eine SHG gründen und Menschen ansprechen, die sich dafür interessieren. Über Aushänge, Anzeigen und Zeitungsartikel können weitere Interessierte gewonnen werden. Bereits existierende SHG sowie Kontakt- und Informationsstellen bieten dazu ihre Unterstützung an.  
Fachleute  
  Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter oder die SHG-Kontaktstellen können die Initiative ergreifen und Betroffene zusammenführen oder selbst eine Gruppe gründen und diese auch anfangs leiten, allerdings mit dem Ziel, sich selbst entbehrlich zu machen.  
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Was ist ein Gesamttreffen?
Erfahrungsaustausch  
  An einem Gesamttreffen nehmen Teilnehmer aller SHG teil. Dabei werden Probleme besprochen, welche die gesamte Gruppe betreffen, etwa Teilnehmersuche, Gruppenkonflikte, Raumsuche. Das Gesamttreffen ist keine "Vertreterversammlung" mit Anspruch auf Vollzähligkeit.  
Teilnehmer  
  Jede einzelne Gruppe bestimmt ihre Vertreter, die an einem Gesamttreffen teilnehmen und dabei die Anliegen der jeweiligen Gruppe vortragen.  
Öffentlichkeitsarbeit  
  Indem die einzelnen Gruppen auch geschlossen auftreten, können sie in der Öffentlichkeit eine größere Wirkung erzielen. Über Kontakte zur Presse kann die Arbeit der SHG einem größeren Publikum bekannt gemacht werden.  
Fachkräfte  
  Falls die Gruppen es für erforderlich halten, können auch Fachleute am Gesamttreffen teilnehmen, um den Gruppen beratend zur Seite zu stehen.  
Regelmäßigkeit  
  Das Gesamttreffen sollte in regelmäßigen Abständen stattfinden.
 
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